Komplementäre Funktion & Fehlerkorrektur…

Mittwoch 2 Juli 2008

Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs sind existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.

Naja, und dann kommt wieder das leidige Thema journalistisches Scheitern aufs Tapet, in Form von Sam Shuster und seinem Einrad, dessen Scherzveröffentlichung im BMJ von Wissenschaftsjournalisten nicht als solche erkannt wurde, von Bloggern - Marc zeigt eine Folie mit dem entsprechenden Beitrag von Kamenin in “Begrenzte Wissenschaft” - allerdings schon.

Damit nicht genug, er zitiert zur Erheiterung einiger Zuschauer ausgewählt absurde Zitate von Froböse, siehe die entsprechende Blogdebatte bei “Kritisch gedacht”, und blendet dann genüsslich den entsprechenden Beitrag aus der “Welt” ein. Beim “Tag des Wissenschaftsjournalismus” ist das nachgerade herzlos…

Der Abschluss ist dann aber doch eher konziliant. Denn auch Blogger sind sachlich und inhaltlich nicht immer hoch und trocken, auch wenn man das jetzt im Vortrag eher zwischen den Zeilen lesen muss: Marc warnt vor dem “goldenen Kalb” Klickzahlen und mahnt Geduld und Kritikfähigkeit an.

Und bei seinem Fazit kann einem ja echt warm ums Herz werden: Wissenschaftsblogs seien eine Etappe auf dem Weg zur wissenschaftsmündigen Gesellschaft, machten den Wissenschaftler als reale Person und Produzent von Wissenschaft greifbar und lehrten, dass Wissenschaft dynamisch und spannend sei.

Große Worte. Es ist an den Wissenschaftsbloggern, sie mit Leben zu füllen.


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