Blogger und Journalisten: Berührungsängste abbauen

Beitrag vom 2 Juli 2008

Beatrice zitiert die Kooperationen der ScienceBlogs mit Scinexx und der SZ als Beispiel für sukzessive geringer werdende Berührungsängste. Carsten: Die Scilogs sind eine Spielwiese und soll es auch bleiben. Die neue Homepage, das Mission Statement sind in Zusammenarbeit mit den Bloggern entstanden. Das anarchische sei dem Medium Blog angemessen.

Toller Satz von Carsten: “Es gibt mehr Vielfalt als nur erstens Blogs von Wissenschaftlern und zweitens Journalisten. Es gibt so viel dazwischen.”

Ernst-Peter sieht für den Wissenschaftsjournalisten die Herausforderung einer besseren Darstellung. Bei ihnen liege schließlich das Handwerkzeug dazu. Der Wissenschaftler gibt antworten, sagt er, der Journalist dagegen verwandelt die Antworten so, dass sie mich, den Leser, interessiert. Touché!

Lars Fischer @ 13:07
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Interdisziplinarität, Mut, Neid

Beitrag vom 2 Juli 2008

Marc bringt einen wesentlichen Punkt auf: Blogs werden von Leuten aus allen Fachgebieten gelesen, und wenn nicht kommentiert wird, über E-Mails ergibt sich oft ein interdisziplinärer Dialog. Ernst-Peter greift das Thema Mut noch einmal auf und setzt das Stichwort Neid dagegen: Wenn er einen Artikel im Spiegel veröffentliche, müsse er befürchten, geschnitten zu werden. Einen ähnlichen Effekt sieht er bei Blogs. Carstens These dagegen ist, dass bei jüngeren Wissenschaftlern das Gegenteil eintritt: Der Konkurrent bloggt, also muss ich das auch tun.

Lars Fischer @ 12:56
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Podiumsdiskussion: Bloggen aus dem Elfenbeinturm

Beitrag vom 2 Juli 2008

Ring frei für die erste Podiumsdiskussion. Die virtuelle Arena hat Marc in seinem Vortrag ja abgesteckt, jetzt werden die Details geklärt: Was sind die Möglichkeiten, was die Grenzen der Wissenschaftsblogs, wie stark kann, wie stark muss die Szene noch wachsen?

Und natürlich die wichtigste Frage heute: Was bedeutet das für Wissenschaftsjournalisten?

In den Ring steigen Ernst Peter Fischer (”Die andere Bildung”, Carsten Könneker von den Scilogs, Beatrice Lugger von ScienceBlogs, Marc Scheloske himself und Sven Keßen a.k.a. kamenin. Moderiert wird das ganze von Thomas Pleil, der sich gerade vorgestellt hat.

Als erstes ist Beatrice dran und erläutert den ScienceBlogs-Look: Der Nachrichtenportal-Effekt ist so gedacht, um den “Oh Gott, ich bin in einem Blog”-Effekt abzufedern… Danach sind Carsten über die Scilogs ausgefragt, und er betont als erstes, dass die Scilogs-Plattform bei Holtzbrinck nicht den Stellenwert hat wie die Scienceblogs bei Burda. Die Scilogs seien sehr experimentell - das ist vornehm ausgedrückt - und vor allem gedacht, um Aufmerksamkeit für die Hefte des Spektrum-Verlags zu wecken.

Pleil fragt jetzt Ernst-Peter Fischer nach seinen Blog-Erfahrungen. Er ist ein bisschen skeptisch, ob sich Schnelligkeit und Qualität vereibaren lassen; als Nächstes ist Sven dran, zum Thema: Kann sich die neue Offenheit der Blogs auch negativ auswirken? Sicher, sagt er, wenn er in die Wirtschaft geht, muss er damit rechnen, dass das Thema im Bewerbungsgespräch auftaucht. Es fällt das Wort “halbseiden”.

Lars Fischer @ 12:50
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Einladung zum Mitlesen: Ein Fazit

Beitrag vom 2 Juli 2008

Wissenschaftsblogs werden die traditionellen Kommunikationskanäle (Journals) für Forschungsergebnisse nicht ersetzen können, sondern sie ergänzen. Ihre Stärken haben sie bei der Vernetzung von Forschern und Diskussion über publizierte Ergebnisse. Man erinnere sich an das Paper über die Mitochondrien als Sitz der Seele, das nach Protesten aus der Blogosphäre vom Journal zurückgezogen wurde, oder an Garrett Lisis E8-Theory of Everything, die Jacques Distler in seinem Blog “Musings” zerlegt hat.

Für den Wissenschaftsjournalisten und die Wissenschaftskommunikation an sich ist eine solche transparente Debatte natürlich Gold wert. Wo sonst gibt es Themen und Meinungen von so qualifizierten Leuten aus einer Hand. Mal sehen, ob die Diskutanten - und die Zuhörer - das auch so sehen.

P.S. Annette Leßmöllmann zeigt gerade den Twitter-Feed: Scheint einen Besuch wert…

Lars Fischer @ 12:31
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Komplementäre Funktion & Fehlerkorrektur…

Beitrag vom 2 Juli 2008

Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs sind existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.

Naja, und dann kommt wieder das leidige Thema journalistisches Scheitern aufs Tapet, in Form von Sam Shuster und seinem Einrad, dessen Scherzveröffentlichung im BMJ von Wissenschaftsjournalisten nicht als solche erkannt wurde, von Bloggern - Marc zeigt eine Folie mit dem entsprechenden Beitrag von Kamenin in “Begrenzte Wissenschaft” - allerdings schon.

Damit nicht genug, er zitiert zur Erheiterung einiger Zuschauer ausgewählt absurde Zitate von Froböse, siehe die entsprechende Blogdebatte bei “Kritisch gedacht”, und blendet dann genüsslich den entsprechenden Beitrag aus der “Welt” ein. Beim “Tag des Wissenschaftsjournalismus” ist das nachgerade herzlos…

Der Abschluss ist dann aber doch eher konziliant. Denn auch Blogger sind sachlich und inhaltlich nicht immer hoch und trocken, auch wenn man das jetzt im Vortrag eher zwischen den Zeilen lesen muss: Marc warnt vor dem “goldenen Kalb” Klickzahlen und mahnt Geduld und Kritikfähigkeit an.

Und bei seinem Fazit kann einem ja echt warm ums Herz werden: Wissenschaftsblogs seien eine Etappe auf dem Weg zur wissenschaftsmündigen Gesellschaft, machten den Wissenschaftler als reale Person und Produzent von Wissenschaft greifbar und lehrten, dass Wissenschaft dynamisch und spannend sei.

Große Worte. Es ist an den Wissenschaftsbloggern, sie mit Leben zu füllen.

Lars Fischer @ 12:24
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Was leisten Blogs?

Beitrag vom 2 Juli 2008

Ich hatte gerade gefragt, was Blogs dem forschenden Naturwissenschaftler bieten. Marc macht sich an die Antworten: Blogs helfen beim Informationsmanagement und erzeugen Sichtbarkeit bei potentiellen Kollegen und Projektpartnern.

Damit die Botschaft auch wirklich ankommt, bringt Marc einige wissenschaftliche Blogpioniere ins Spiel, wie den Klimaforscher Stefan Rahmstorf, der mit seiner Klimawette einen Diskurs im Medium Blog angestoßen hat, und über RealClimate nachdrücklich demonstriert, wie ein Wissenschaftler Blogs nutzen kann.

Für die Gesellschaft bedeuten Wissenschaftsblogs, dass die Kommunikationsasymmetrie zwischen Laien und Experten aufgelöst wird - eine Asymmetrie, von der Wissenschaftsjournalisten, nebenbei gesagt, bisher profitiert haben. Wenn, wie Marc gerade postuliert, die kommunikative Einbahnstraße durch einen partnerschaftlichen Dialog des Wissenschaftlers mit der Öffentlichkeit ersetzt wird, muss der Journalist seine Rolle überdenken.

Ich bin da allerdings optimistisch: Wenn die Kommunikation jetzt in zwei Richtungen statt in nur eine funktioniert, verdoppelt sich doch der Bedarf an Vermittlung und Interpretation. Oder?

Lars Fischer @ 11:59
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Was ist ein Blog?

Beitrag vom 2 Juli 2008

Blogs zeichnen sich durch die Form aus - der berüchtigte Artikelturm, neuester Artikel oben - aber vor allem durch die Funktion: Vernetzung. Wissenschaft dagegen ist Aufklärung, Theorie, Neugier, Diskurs. Die Wordle-Cloud fügt hinzu: Methode. Die würde ich an Position eins stellen, Marc hat eine andere Perspektive: Wissenschaft ist für ihn Kommunikation, Wissenschaftler müssen kommunizieren.

Oder hart formuliert: Nur Wissenschaft, die kommuniziert, existiert. Und zwar in dem Sinne, das über sie gesprochen (und geschrieben) wird. Wenn man das so sieht, zieht sich der rote Faden zum Kommunikationsmedium Blog ganz von alleine.

Dem forschenden Naturwissenschaftler wird sich diese Argumentationslinie dagegen nicht automatisch erschießen. Welchen Mehrwert haben Blogs ihm zu bieten?

Lars Fischer @ 11:42
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Standortbestimmung durch Mark Scheloske

Beitrag vom 2 Juli 2008

Und los geht’s. Gestern Abend erst zu 20% fertig - heute schon vor Publikum: Marc referiert über “Einladungen zum Denken”. These 1: Wissenschaft ist ein Gespräch. Wie spricht man über Wissenschaft, und wie verändert sich die Kommunikation durch Blogs?

Wie kriegt man, fragt Marc, die Botschaft an den Mann? Durch Dialog. Marc führt, nebenbei bemerkt, gerade zwei unterschiedliche Dialoge, nämlich zum einen mit den Journalisten im Publikum, zum anderen mit den Wissenschaftlern. Beide Gruppen werden sehr unterschiedliche Botschaften aus diesem Vortrag mitnehmen - eine Situation typisch für Blogs und ihre heterogene Leserschaft. Zufall oder Absicht?

Derzeit zitiert er gerade die “Grumpy Old Men” des Journalismus - Graff & Co. - und eine Wortwolke aus Medienartikel über blogs, made by Wordle. Kein schönes Bild…

Lars Fischer @ 11:35
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Kleine Einführung

Beitrag vom 2 Juli 2008

Mit Sack, Pack und Hund ist also die Scilogs-Delegation, bestehend aus Carsten, Arvid und mir, in Dieburg eingetroffen. Nach der Begrüßung durch Annette Leßmöllmann und nachfolgendem großen Blogger-Hallo mit Sven a.k.a. Kamenin, Marc und dem Rest schleiche ich mich erstmal davon und werfe einen Blick auf die Plakatpräsentationen. Und hole mir meine erste Tagesdosis Koffein.

Annette Leßmöllmann macht den Einstieg. Botschaft: In Blogs wird Wissenschaft nach außen dargestellt und Diskutiert. Der Wissenschaftsjournalist muss das neue Medium nicht mögen, aber er muss damit umgehen und es beurteilen können.

Lars Fischer @ 11:25
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Lars Fischer bloggt und livebloggt

Beitrag vom 1 Juli 2008

… und hat uns soeben sehr nett angekündigt.

Annette Leßmöllmann @ 16:31
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